Startseite
Wir sind
Informationen
   
 





Das Labyrinth, Wandlung auf dem Trauerweg

Menschen aller Zeiten beschäftigte die Spirale, sie bildeten sie in ihren Werken ab, lebten sie in Ritualen oder schrieben Geschichten über sie.
Wie im bekannten Mythos des Theseus, er erzählt von einem gefährlichen Weg in ein Labyrinth. Nur mit Hilfe der Ariadne und ihres Fadens gelingt es Theseus, das schreckliche Ungeheuer, den Minotaurus, zu töten und unversehrt zurück zu kehren.
Oder nehmen wir nur einmal die Natur, hier finden wir die Spirale in den vielfältigsten Erscheinungen im Mikro- als auch im Makrokosmos wieder.
Sie muss schon außergewöhnliche Eigenschaften in sich tragen, wenn wir Menschen sie so lange in unserer Kulturgeschichte bewahren.
Wenn ich das Labyrinth als Bild für den Trauerweg nutze, das ich durchwandern muss, mal schneller, mal langsamer und auch mal stehend bleibend, stelle ich bei näherem Hinsehen fest, dass ich mich immer auf die Mitte hin zubewege.
Das schließt natürlich ein das ich mich auch bewege und das ist in der Trauer um ein Kind eine immense Herausforderung. Schaue ich von der Außenperspektive auf mein Trauerlabyrinth, kann ich erkennen, dass ich in Zeiten, in denen ich mich schmerzlich weit entfernt von der Mitte fühle, oftmals näher dran bin als mir bewusst ist.
Der Weg der Trauer ist einer der schwierigsten Wege, die wir in unseren Leben gehen müssen.
Er kann beinahe mit jenem des Theseus verglichen werden, nur ist es nicht der Minotaurus, dem wir uns im Trauerweg stellen müssen, sondern es ist eine tiefe Einsamkeit in unserer Seele, es ist der Abgrund der Gefühle der sich uns eröffnet, mit tiefster Verzweiflung, Wut , Ohnmacht und dem unerträglichen Schmerz unstillbarer Sehnsucht.
Das Labyrinth als Bild unseres Trauer Weges, beinhaltet schon die Wandlung unserer Trauer.
Ich kann es von außen nach innen durchschreiten oder umgekehrt, ich kann innehalten oder umkehren.
In ihm haben sowohl Stillstand als auch Wandlung Platz, sowohl Fortschritt als auch Rückschritt, sowohl Auf als auch das Ab.
Wir brauchen Mut um neue, unbekannte Wege zu beschreiten, aber auch die Bereitschaft es zu versuchen und wir brauchen vielleicht auch Hilfe, wie sie Theseus in Ariadne und den Faden fand. Uns stehen ausgebildete Trauerbegleiter und gute Trauerliteratur zur Verfügung, nutzen wir sie in unserem Trauerlabyrinth.




Gedenkfeier für unsere vorausgegangenen Kinder

Der November ist vorüber und wir haben schon ein paar dieser grauen trüben Tage durchstanden. Diese Tage, die uns unsere unendliche Traurigkeit noch viel schwerer erscheinen lassen.
Nun rücken das Weihnachtsfest und der Jahreswechsel immer näher.
Für viele Menschen um uns herum bedeutet dies Vorfreude auf ein schönes Fest, ein Familienfest.
Für uns, die wir ein Kind, eine Schwester oder ein Bruder verloren haben, ist es oft unmöglich diese weihnachtliche Freude zu empfinden.
Wir Trauernde fragen uns vielmehr, wie wir etwas von dem Licht, der Wärme und der Liebe dieses Festes spüren sollen, wo wir doch einen so schweren Verlust erlitten haben. Wie sollen wir mit so einem Fest umgehen, an dem sich Menschen freuen, während in uns Schmerz, Wut und Verzweiflung herrschen?Wie sollen wir nur die Feiertage überstehen? Wie können wir unsere verstorbenen Kinder und Geschwister in das Weihnachtsfest mit einbeziehen und wie verhält es sich mit dem Glauben in unserer Trauer?
Die Erfahrungen Betroffener zeigen, dass es nicht den richtigen Weg gibt, mit dem Verlust des Kindes oder Geschwisters gerade an Weihnachten umzugehen.Ob man Rituale, familiäre Traditionen fortsetzt oder eben gerade nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. In diesen Tagen wird auch besonders deutlich, wie sehr manche Trauernde in ihrem Glauben Halt undTrost finden. Andere hadern, sind auf der Suche, wieder andere haben völlig mit Gott gebrochen oder noch nie an ein höheres Wesen geglaubt. Sie alle sind zur Zentralen Gedenkfeier der verwaisten Eltern und Geschwister Ostthüringens eingeladen, ob Mutter, Vater, Schwester, Bruder, Oma, Opa oder Freunde und Bekannte.

Die Gedenkfeier für alle verstorbenen Kinder findet am 8. Dezember 2019 um 15.00 Uhr in der Geraer St. Elisabeth Kirche (Kleiststr.7) statt.Dieses Jahr lautet unser Thema „Trauer – zeit - Veränderung“.

Ein Engel ist jemand,
den Gott dir ins Leben schickt,
unerwartet und unverdient,damit er dir,
wenn es ganz dunkel ist,
ein paar Sterne anzündet


Anfangs wollt ich fast verzagen
Und ich glaubt ich trüg es nie,
Und ich hab es doch getragen,
Aber fragt mich nur nicht wie?                                                                                             
(Heinrich Heine)

Trauer – Zeit - Veränderung

Was macht die Trauer - Zeit mit uns?

Wie verändert sie unsere Trauer?

Wie verändert sie uns?

Um es vorweg zu nehmen, sicherlich heilt sie keine Wunden.
Und für verwaiste Eltern gibt es keine begrenzte Trauerzeit, unsere Kinder fehlen uns, unser restliches Leben und die Zeit scheint bedeutungslos zu sein.

Ja, wer von uns weiß es nicht, dass sich unser Leben von einem Tag auf den anderen grundlegend geändert hat?
Mit dem Tod eines eigenen Kindes, stürzt eine Welle der Veränderung auf das Leben der betroffenen Mütter, Väter und Geschwister ein.
Denn nichts ist mehr wie es vorher war. Es gibt keine heile Zeit mehr.

Die Zeit der Trauer ist  eine der schwierigsten Zeitabschnitte, durch die wir in unseren Leben gehen müssen. Es ist eine tiefe Dunkelheit in unserer Seele, es ist ein Abgrund der Gefühle, der sich uns eröffnet mit tiefster Verzweiflung, Ohnmacht, Wut und dem unerträglichen Schmerz unstillbarer Sehnsucht.
Die Zeit der Trauer wurde von Verena Kast als eine lineare Zeit von Trauerphasen definiert.

Doch die Zeit der Trauer ist für jeden Menschen eine ganz eigene, so einzigartig wie er selbst und seine Beziehung zum vorausgegangenen Kind. Jeder hat seine eigene Zeitschiene und doch stellen wir irgendwann erstaunt fest, unsere Trauer wandelt sich, und das ist auch gut so.

Sie hat unseren Kosmos erweitert und schenkt uns neue Horizonte, vielleicht auch die Chance auf einen Neubeginn immer in Verbindung mit unseren vorausgegangenen Kindern.
Vielleicht können wir nach einer Zeit sagen: „Ich bin stolz und dankbar, dass ich diese schöne Zeit mit meinem Kind hatte.
Diese Zeit war für mich glücklich und unbeschwert.

Ich möchte Euch in diesem Jahr einladen zum Thema „Trauer – Zeit – Veränderung“,  diesem nach zu spüren, was hat die Zeit in mir und zu meiner Umwelt verändert, wie können wir diese Veränderungen überhaupt aushalten und verstehen.
In einen Bericht einer trauernden Mutter las ich diese Sätze:

Jetzt sind es schon ein paar Jahre, ich habe sie überstanden, die unendliche Sehnsucht, Schuldgefühle und die Wut.

Habe sehr viel Gutes von anderen Menschen bekommen, aber auch Falschheit und Oberflächlichkeit ertragen müssen.

Und bin immun dagegen geworden.
Habe neue Freunde gefunden und neue Welten erschlossen.

Bin friedfertiger, geduldiger, mitfühlender und gleichzeitig härter geworden.
Neugierig auf das, was noch kommen wird, und unendlich traurig darüber, dass Du das alles nicht mehr erlebst.

Ich gehe einfach immer weiter, mit Dir in meinem Herzen und Dir entgegen.  


"Alles verändert sich mit dem,
 der neben einen ist
 oder neben einem fehlt"







Sie werden sicherlich schon von unserem Projekt Herzenswald gehört haben.
Dank Sponsoren wie Herrn Bretschneider von Green Krematorium Ronneburg, der Sparkasse Gera- Greiz und der Tanzschule Katja Paunack um nur einige stellvertretend zu nennen, sehr vielen Helfern wie Herr Dunkel von der Stadtverwaltung Gera und engagierten Gruppenmitgliedern der Selbsthilfegruppen der verwaisten Eltern und trauernden Geschwister Ostthüringen, konnten wir am 10. November diese wunderbare Idee verwirklichen.

Wie schrieb Katja Paunack, eine unserer Sponsoren passend in ihrer Spendenübergabe: „Wir geben mit Herzen.“

Und viele sind mit Ihren Herzen bei uns, wie der Oberbürgermeister von der Stadt Gera Herr Julian Vornarb, der ohne zu zögern zusagte, die Schirmherrschaft über unseren Herzenswald zu übernehmen.
Ja wir verwaisten Eltern und trauernden Geschwister hatten die Idee, dass jeder einen Herzensbaum pflanzen wollte, zum Gedenken an unsere vorausgegangenen Kinder.

Und so entstand nun ein ganzer Herzenswald, der symbolisieren soll, unsere Kinder bleiben immer in unseren Herzen.

Wie schrieb eine verwaiste Mutter:
Du bist weit weg und doch so nah.
In unseren Herzen lebst du weiter.
In der Nacht, wenn die Sterne leuchten, bist du nah.
Am Tag, wenn die Sonne scheint, bist du nah.
Zu ahnen, dass es dich gibt, irgendwo – dieser Gedanke tut gut.
Im Herzen werden wir immer bei dir sein und dich beschützen.
Denn in der Trauer lebt die Liebe weiter.

Durch die vielen Erzählungen über unsere Kinder, wissen wir Eltern und Geschwister wie unterschiedlich und doch einzigartig unsere Kinder waren.

Und so wird auch unser Herzenswald durch die verschiedenen Bäume, die die Eltern und Geschwister pflanzten, ein bunter, blühender, einzigartiger Wald.

In der Mitte steht eine Skulptur vom Holzkünstler Herrn Malik, die all unsere Empfindungen ausdrückt.
Ja, junge Bäume brauchen Licht, Luft, Erde, Wasser und Führsorge, auch wir verwaiste Eltern und trauernde Geschwister brauchen viel Zuwendung um wieder Wurzeln im nun neuen Leben zu schlagen.

Unsere Trauer will gelebt werden, ob in den Familien, den Selbsthilfegruppen oder an diesem öffentlichen Ort, der zur Begegnung einlädt.

Ich wünsche mir, dass dieser Ort ein Kraftquell für Verwaiste Eltern, trauernde Geschwister und vielen Menschen wird, die mit uns sind.

Ich hatte einen Traum Darin pflanzte ich einen Baum.
Es sprossen an ihm zahlreiche Triebe. Sie künden von Sehnsucht und meiner Liebe.
Ich war beim Pflanzen nicht allein. Wir waren viele, ein ganzer Verein.
Ein Wald gepflanzt aus traurigen Schmerzen Soll sagen:
Kinder ihr seid in unserem Herzen.  
(Holger Günther) 






"Vom Loslassen und auffangen"

Nicht los- sondern seinlassen will ich meine Liebe,
an einem Ort,
den ich mit meinem Herzen finden kann,
immer dann, wenn mir danach ist.  


Für unsere Selbsthilfegruppen verwaister Eltern und trauernder Geschwister hat es  sich herausgestellt, dass es eine gute und hilfreiche Tradition sein kann, sich von einem Thema durch das Jahr begleiten zu lassen.                                                                                             

Nach dem  Jahresthema des vorigen Jahres: „dem Leben neue Farben geben“, haben wir uns dieses Jahr ebenfalls für ein spannendes Thema endschieden;  „vom Loslassen und auffangen“.  

Das Thema soll uns durch unsere Gruppentreffen, den Seelentagen und auch durch die Gedenkfeier für unsere verstorbenen Kinder und Geschwister im Dezember führen.

Loslassen.

Immer wieder begegnet Verwaisten Eltern dieses Wort.
Den Verstorbenen, das Kind loslassen, gehen lassen, hinter sich lassen und nach vorne schauen.

Wenn sie das nicht schaffen, können sie niemals mehr ein glückliches Leben führen.

Doch egal wie oft sie das von außen gesagt bekommen, tief in ihren Inneren spüren sie, dass es sich nicht stimmig anfühlt, dass sie das verstorbene Kind nicht über das Loslassen ein zweites Mal verlieren wollen.

Aus eigenen Erleben weiß ich, wir trauenden Eltern und Geschwister leben die Beziehung zu unseren verstorbene Kind und Geschwister weiter.

Das verstorbene Kind ist und bleibt eine wichtige Person in unserem Leben.                                

Auch die Liebe bleibt. Sie kann zwar nicht mehr konkret gelebt werden, geht aber nicht ins Leere.

Das Kind bleibt als Gegenüber in Erinnerungen oder inneren Bildern präsent.

Sicherlich ist da diese Realität im Äußeren, in der das verstorbene Kind fehlt, körperlich ist es nicht mehr anwesend.

Natürlich geht es in der Trauer auch darum, diese äußerliche Abwesenheit zu erkennen, zu realisieren und irgendwann anzunehmen.                      

Das ist ein langer und schwieriger Prozess. Zugleich habe ich aber erlebt, dass das nicht heißt, dass ich meine Liebe von ihm abziehen muss.

Im Gegenteil: Sie darf bleiben, wachsen und sich auch weiterhin verändern.

Die Beziehung zu ihm bleibt bestehen, sie ist jetzt jedoch eine innere Beziehung und keine äußere mehr.

In der sicheren Verbindung mit ihm kann ich weiter gehen und meinen Weg im Leben finden.  

Mein Leben geht weiter, ja, ich spüre es.
Unverlierbar sind unsere Kinder,
sie begleiten uns, sind bei uns, sind Teil unseres Lebens.                                                                                    






Das Thema lautet "Dem Leben neue Farben geben"



Bilder zur Gedenkfeier 2016 "Neue Wege gehen"













Herbst 2016



Das Leben ist durchsetzt von Abschieden, Abbrüchen und Neuanfängen.
                              
Bleibt Vergangenes unbewältigt, entsteht eine Wunde, die immer wieder schmerzhaft aufbrechen kann und das Entstehen von neuem Leben hindert.

Wer kann diese Sätze besser unterschreiben als wir, Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister.
 
Der Sommer ist vergangen, wir müssen uns wehmütig verabschieden von dieser warmen, von der Sonne geküssten Jahreszeit.

Und nun beginnt Sie, die ruhige, stille Jahreszeit, die uns einlädt inne zu halten, nachzudenken, Rückblicke zu wagen, vielleicht auch in uns zugehen und dabei Neues entdecken, das uns weiter trägt auf unseren neuen Lebensweg.

Oft sehen wir dem „Neuen“ ängstlich entgegen, haben Furcht vor dem nächsten  Schritt, vor einem ehrlichen Wort, einem traurigen Moment.

Aber das ist unser Leben, es ist ein Wechsel von Schatten und Licht, von Ruhe und Bewegung, lauten und leisen Tagen.

Atmen wir doch durch bei einem Spaziergang in der herbstlichen Landschafft.

Denn wenn wir uns bewegen passiert in unserem Inneren viel mehr, als dass nur ein paar Muskeln trainiert werden: Organe werden massiert, Energien fließen, Blockaden lösen sich auf – ein Wunder, über das man sich eigentlich nie Gedanken macht……. 

Es gibt viele Dinge die man oft als gegeben hinnimmt und die manchmal vielleicht nicht sieht,    weil die Welt uns kalt und grau erscheint.

Zum Beispiel: Wärme und Licht, gute Gedanken, reine Gefühle, gutes Essen, denn Leib und Seele wollen genährt werden.

All das ist da, immer und überall, wir müssen nur lernen nicht nur unsere Augen zu gebrauchen sondern all unsere Sinne, die uns von Geburt an mit gegeben wurden, in dieses nicht immer einfache Leben.  

Versuchen wir die Sorgen los zu lassen, die uns fesseln und wagen wir Neues.

Dann wird das neue Leben, das wir nach dem Tod unserer Kinder und Geschwister gehen müssen, tragen: behutsam und stark.

Gehen wir zuversichtlich unseren Kindern entgegen, getröstet von Erinnerungen und den guten Erfahrungen im neuen Leben.  



Holger Günther, Trauerbegleiter und Notfallseelsorger  
 








Es wird aussehen, als wäre ich tot,      


und das wird nicht wahr  sein………                                 


Und wenn du dich getröstest hast,


wirst du froh sein, mich gekannt zu     haben.                                                                                                                


Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen.                                                                                


Und du wirst manchmal dein Fenster öffnen,                                                                                                         


gerade so zum Vergnügen……….                                                                                                                                               


Und deine Freunde werden sehr erstaunt sein,


wenn sie sehen, dass du den Himmel anblickst                                                                                                        


und lachst.

Antoine de Saint- Exupe´ry



Frühlingswanderung

Wie schrieb schon Christian Morgenstern in einen Seiner Gedichte:
„Denn Puls des eigenen Herzens fühlen.
Ruhe im Innern, Ruhe im Äußern.
Wieder Atem holen lernen, das ist es.“

So begannen wir unseren Frühlingsbrunch der uns diesmal auf eine Wanderung durch den Geraer Stadtwald führen sollte.
Liebe Gäste aus der Selbsthilfegruppe der verwaisten Eltern Leipzig begleiteten uns auf unseren nicht gerade einfachen Wanderweg.
Durch die Stürme und Unwetter der letzten Zeit lagen über unserem Weg einige umgestürzte Bäume aber gemeinsam schafften wir diese Hindernisse zu überwinden.
Eigentlich war es wie in unserem Leben.                                                                                         
Wir alle kennen viele Wege wie z.B. Gartenweg, Landweg, Seeweg, Holzweg, Postweg, Irrweg, Kreuzweg, ich könnten da noch so viele aufzählen doch wir, wir als verwaiste Eltern und trauernde Geschwister befinden uns auf einem Trauerweg.
Wir haben ihn uns nicht ausgesucht aber gehen müssen wir ihn trotzdem.
Es ist unser ganz eigener Weg, keiner geht ihn wie der Andere.
Wir wissen, Wege gehen bedeutet fortgehen, es bedeutet ankommen, es bedeutet einen Ort verlassen und neues hinzu gewinnen.
Wege können verbinden, sie können aber auch trennen.
Wir können Wege allein und einsam gehen oder wir finden Gleichgesinnte die uns begleiten.                                                       
So wie wir es zu unserer Frühlingswanderung erlebten.
Auch wenn wir gemeinsam aufbrachen ging doch jeder seinen eigenen Rhythmus, wollte den Anderen verstehen, geduldig zuhören ,mit Hinweisen ermuntern, den Anderen akzeptieren so wie er jetzt ist und seinen Nächsten mit bejahenden Blick und bestätigenden Worten zum gemeinsamen Gehen einladen.
Aber sich auch Zeit lassen, immer wieder anhalten. Seinen Standort bestimmen, versuchen sich zu freuen an dem was man erreicht hat.
Aber auch neue Kraft schöpfen und ja sagen zum Wagnis „neues Leben“.        
Lernen mit Enttäuschung zu leben und trotzdem weiterschreiten und vertrauen, denn niemand geht ganz allein.
So kamen wir erschöpft aber guten Mutes an unser Ziel, an dem uns hungrigen Wanderern Thüringer Bratwürste, Kuchen und viele andere Energiespender erwarteten.
Bei vielen interessanten Gesprächen während und nach unserer Wanderung stellten wir fest, gemeinsam kann es uns gelingen den neuen (Trauer) Weg mit der Zeit anzunehmen, denn wir gehen ihn ja auch unseren vorausgegangenen Kindern entgegen. 
Vielen Dank an alle, die mit dazu beitrugen, dass wir diesen guten kraftvollen Tag erleben durften.

Ziehe Kraft aus deinen Wurzeln,
finde Halt im Grund der Trägt.
Schau zurück auf deinen Ursprung,
doch nach vorne geht dein Weg.                                                                                      

(Hans Waltersdorfer)  








„Leben ist nicht genug,
sagte der Schmetterling,
Sonnenschein, Freiheit
und eine kleine Blume
muss man auch haben.“                                                                                                                                             (Hans Christian Andersen)               

ich schmiede Pläne
große, kleine, laute, geheime
manche sind Wunsch, weitere Sehnsucht
doch nicht mein Wille geschehe
ich lasse die Stunden, Sekunden zerrinnen
ich sammle das Jetzt
das eine ist gelb, heiter und leicht
das andere eher trübe, dunkel und matt
dann kommt eines in Lila, es ist leise und still
die Wut tönt hellrot und der Zweifel ist grau
ich sammle Momente in Farben und Formen
am Ende des Tages sehe ich klar

Kirsten Westhuis





Jahrestagung
der Verwaisten Eltern und trauernden Geschwister in Deutschland e.V.



Markt der Möglichkeiten


Banner des Bundesverbandes


Trauerbegleiterinen aus der Regionalstelle Ostthüringen


Eröffnungskreis


"Du bist nicht mehr da, wo du warst aber du bist überall wo ich bin."


Gedenkfeier 2013




















                                                                       heilsame Selbstfürsorge“                                                     




Tiefe Liebe zieht tiefe Trauer nach sich – und sie ist wie die Liebe eine natürliche Reaktion und ein normaler Gefühlszustand.                                                                                          

Wir wissen ein Kind zu verlieren stellt eine außergewöhnliche seelische und körperliche Belastung dar.                                  

Der Trennungsschmerz braucht viel Zeit um in unser neues Leben intrigiert zu werden und verlangt uns alles an Energie ab, zu der wir fähig sind.                                                      

Um wieder etwas Energie zu tanken, körperliche- und seelische Spannungen abzubauen und zur   Verbesserung der eigenen Körperwahrnehmung, haben wir diesen Entspannungs-
und Klangtag geplant.                                                                                                                       

Wie wir aus eigener Erfahrung wissen, sind Klangschalen wunderbare Klanginstrumente, die auf unterschiedlichste Weise Anwendung finden können.

Wie z.B. in der Klangtherapie, in der Meditation, beim Yoga oder in Momenten der Erinnerung,  die wir bewusst erleben möchten.                                                                                  

Die obertonreichen Klänge helfen beim Selbstheilungsprozess, in der Trauer und beim Loslassen der Alltagssorgen.
                                                                                                                
Sie bereichern uns, entspannen, geben Kraft und tun einfach gut.

All das konnten wir an diesem Tag erleben.

 
 
Regionalstelle Verwaiste Eltern und Geschwister Ostthüringen      










Gedenkfeier in Loitschütz         




Gedenkfeier 2012
Altenburg "Seelenvögel"








Gedenkfeier 2012
Gera "Kraft aus meinen Wurzeln"









Frühlingsbrunch 2012

 
Seit vier Jahren veranstalten wir als Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister Ostthüringens einen Frühlingsbrunch in den Räumen der Pfingstgemeinde Gera - Ernsee.

Als gute Tradition hat es sich entwickelt, dass wir zu jedem Brunch betroffene Eltern und Geschwister aus anderen Selbsthilfegruppen des Bundesverbandes Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister einladen.
So konnten wir dieses Jahr liebe Gäste aus den Selbsthilfegruppen in Leipzig, Erfurt, und Zeitz begrüßen.
Ich freue mich, den langsam entwickelt sich der Frühlingsbrunch, der für die Eltern und Geschwister unserer Gruppen angedacht war zu einem Frühlingsbrunch der Verwaisten Eltern und trauernden Geschwister Mitteldeutschlands.
Im Focus unseres Bestrebens steht neben dem Schaffen eines angenehmen Ambientes und guten Essens natürlich der Austausch von Erfahrungen und Erlebnissen der betroffenen Teilnehmer.
Beim kreativen Gestalten möchten wir auch allen Eltern und Geschwistern, die Möglichkeit einräumen, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, wir stellten immer wieder fest dass beim Gestalten kleiner Kunstwerke oft Dinge zur Sprache kommen, die sonst nicht so einfach ans  Licht treten.
Jeder Frühlingsbrunch den, wir bisher veranstalteten, stand unter einem Thema.                
Neben Seelenvögel, Wüste und Oase, oder Seelenschiffe in den vergangenen Jahren, haben wir uns für dieses Jahr das Thema Baum erwählt und wir stellten schnell fest, dass dies ein schier unerschöpfliches Thema für Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister sein kann.
Wir können einen Baum gut als Vorbild für uns trauernde Menschen nehmen, genauso wie ein Baum sind wir den Bedingungen unserer Umwelt ausgeliefert.
Wie ein Baum, der von außen groß und stark aussieht, aber innen viele kleine , große, dicke und dünne Furchen hat, die man nicht so ohne weiteres ausradieren kann, ist es auch bei uns trauernden Eltern und Geschwistern.
Nach außen zeigen wir Masken, Stärke und ein Lächeln aber in uns sind wir oft verbittert, traurig und verletzt.
So gibt es viele weitere unzählige Beispiele, die uns mit einem Baum verbinden.
Es können die Blätter sein, die Äste, mit denen er nach Licht und Wärme strebt oder die Jahresringe an denen man gut ablesen kann, welche Zeiten der Baum durchlebte.
Auch uns formten gute, schöne, traurige und schmerzliche Dinge des Lebens.
So wie der Baum sich je nach Jahreszeit verändert, so verändern wir uns auch als Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister.
Vielleicht müssen wir einen extrem kalten Winter aushalten, eine Zeit in der ich mich nicht gut fühle. Aber ich darf wie der Baum auf neue Triebe, auf neue Blüten und Blätter hoffen, darauf, dass etwas zaghaft Neues in mir aufblühen und vielleicht Früchte tragen wird.
Aber jeder Baum, ob groß oder klein kann nicht ohne seine Wurzeln leben und wachsen.
Er muss gut im Boden verankert und verzweigt sein und genauso müssen auch wir Menschen Wurzeln haben um durchs Leben zu kommen.
Zu unserem Frühlingsbrunch in Gera- Ernsee, hinterfragten wir auch wie wohl unsere Wurzeln aussehen.
Können wir schon sicher in uns und zu uns stehen, oder werden wir schon beim ersten Windstoß um geweht.
Sind wir vielleicht noch auf der Suche und brauchen noch Zeit, um unsere Wurzeln wachsen zu lassen?
Gestehe ich ihnen den Boden zu, den sie brauchen um neue Wurzeln auszubilden und muss ich noch lernen die Wurzeln der anderen zu achten wie meine Eigenen?
Als sichere Erkenntnis nahmen wir mit nach Hause, wenn man traurig und deprimiert ist, es dem Baum gleich zu tun und einfach gerade stehen bleiben, nicht die Kraft zu verlieren, sondern Mut haben um weiterleben zu können.
Über all unseren anregenden Gesprächen und unserer Kreativität merkten wir gar nicht wie schnell die Zeit verging.

Als Fazit so eines Treffens kann ich für mich selbst feststellen, dass es sich nicht nur für die Teilnehmer gelohnt hat den Weg nach Gera zum Frühlingsbrunch zufinden, sondern auch für uns als Organisatoren war es eine gute Zeit.
Trotz aller Aufregungen und Arbeit, nahmen wir so viele positive Resonanz und Anregungen mit, wie man sie sonst nur selten bekommt.
Vielen Dank an alle, die durch ihre Hilfe und Teilnahme zum Gelingen unseres vierten Frühlingsbrunches für Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister beigetragen haben.
Holger Günther
(Regionalstellenleiter Verwaiste Eltern Ostthüringen)





Gedenkort für unsere Kinder, mit ihren Namen auf Blättern


Fleißige Helfer beim grillen


Beim gemeinsamen brunchen


Fleißige Helfer in der Küche


Gute Gespräche


Kleine Kunstwerke


Engel aus Holz





Gedenkfeier "Kraft aus meinen Wurzeln" 2011,
in der Kapelle des Altenburger Magdalenenstiftes

Für unsere Gedenkfeier haben wir uns dieses Jahr das Thema  „Kraft aus meinen Wurzeln“ erwählt. Kraft und Wurzel, zwei Substantive die für uns all das Ausdrücken können, dass man auch als Überlebenskunst zusammen fassen kann.
Diese Kraft die aus unseren eigenen Wurzeln kommt und ohne die ein Weiterleben nach dem Tod eines Kindes, einer Schwester, eines Bruders, eines Enkelkindes viel schwerer möglich wäre.
Ein Baum mit seiner Wurzel ist für die Menschen aller Völker unserer Erde ein Symbol für das Leben.
Wir erfreuen uns an Wachstum und Kraft, an Blüten und Früchten.
Verwaiste Eltern und Geschwister fragen sich, wie wohl ihre Wurzeln aussehen.
Fragen sich, kann ich schon sicher in mir und zu mir stehen – oder werde ich beim ersten Windstoß umgeweht?
Hier in der Gedenkfeier konnten viele ihren Wurzeln nachspüren, spüren wie tief sie sich eingegraben haben und welche Kraft sie geben um durchs Leben zu kommen, spüren, dass wir vielleicht größer und wuchtiger werden als wir waren.
Begeben wir uns doch weiter auf die suche nach unseren neuen und alten Wurzel und pflegen sie, damit sie nicht dürr werden und abbrechen.
Doch bitte geben wir ihnen auch den Boden und die Zeit die sie zum wachsen brauchen.   





Gedenkfeier "Regenbogen Brücke in die Ewigkeit" 2011
in der Salvatorkirche Gera

Wir schenken Euch einen Regenbogen, einen der bleibt,
                                              sichtbar dem Wissenden:

Eine Brücke aus  Licht
                             über die Höhen und Tiefen der Zeit-

Leuchtend wie eine Idee,
                                                       stark wie die Liebe!

Wir schenken Euch einen Regenbogen,
                                                         der Hoffnung gibt,

uns Brücken schlägt,
                                             der uns auf seinen Farben

durch den grauen Alltag trägt!


Mit diesem Gedicht begann unsere diesjährige Gedenkfeier in Gera.

Oft rühren tragische Ereignisse an den essentiellen Dinge des Seins.
Ein solch erschütterndes Ereignis ist sicherlich der Tod eines Kindes.

Unweigerlich fängt man an zu fragen, was ist das, das da zwischen Himmel und Erde geschieht, gibt es da noch etwas geistlich göttliches das uns Trost und die Hoffnung auf ein Wiedersehen vermittelt?

Und wie weit reicht unsere Vorstellungskraft vom heute und hier bis in die unendliche Ewigkeit?

Auch das Thema unserer diesjährigen Gedenkfeier spiegelt diese spirituelle Vorstellung wieder. 

Wir haben uns dieses Jahr für den „Regenbogen“ Brücke in die Ewigkeit entschieden.

Für verwaiste Eltern und trauernde Geschwister hat der Regenbogen eine weit aus größere Bedeutung als uns Meteorologen und Wissenschaftler erklären können.

Für viele Betroffene Eltern und Geschwister bedeutet ein Regenbogen oft die Brücke in die Ewigkeit zu unseren vorausgegangenen Kindern und Geschwister.

Und wir Betroffene wissen, wenn wir mit wachen Augen durch diese Welt gehen sehen wir viele Zeichen und ein Leuchten am Horizont das vielen verborgen bleibt.
 
Wenn wir große Reisen planen, tun wir das gründlich.
Wir beschäftigen uns mit dem Zielort, den Gegebenheiten dort und planen den Reiseweg.
Die Reise in die Ewigkeit steht jedem von uns bevor und es wird die größte Reise sein die wir je machen werden.

Seien Sie behütet auf all ihren Wegen,
immer unseren vorausgegangenen Kindern entgegen!





Auch in diesem Jahr ehellten viele Kerzen,
die wir für unsere Kinder entzündeten, die Welt.


Zum 2. Tag des Friedhofes waren auch dieses Jahr die Gruppen
der Verwaisten Eltern und Geschwister Ostthüringen vertreten.



Vom Bestattungshaus Pechstein
erhielten die Gruppen der Verwaisten Eltern und Geschwister Ostthüringen
eine Spende von 300,00 Euro.
Vielen Dank!










Dritter Frühlingsbrunch der Verwaisten Eltern und Geschwister Ostthüringen  

Frühlingsbrunch im Juni das klingt sicherlich etwas wunderlich, fast so wie Ostern im Winter.
Aber uns war es dieses Jahr durch die Ausrichtung der Jahrestagung und der Gestaltung des Gottesdienstes für Verwaiste Eltern und Geschwister zum Kirchentag in Dresden organisatorisch einfach nicht eher möglich.
Und so konnten wir unseren traditionellen Frühlingsbrunch erst im Juni begehen.
Wie im letzten Jahr, haben wir uns auch dieses Mal liebe Gäste eingeladen.
Wir waren sehr froh, dass Verwaiste Eltern aus der Erfurter Selbsthilfegruppe unserer Einladung gefolgt sind.
Wir konnten die gute Netzwerkarbeit die sich schon bei einem früheren Mitteldeutschlandtreffen der Selbsthilfegruppen der Verwaisten Eltern und Geschwister in Leipzig angebahnt hat, erfolgreich fortsetzen.
So entstanden viele kreative Töpferarbeiten und herrliche Blumengestecke und gestärkt durch Thüringer Roster mit leckeren Salaten und viel selbst gebackenen Kuchen, fand ein reger Austausch über unsere Begleitung Verwaister Eltern und Geschwister statt.
Unsere Erfurter Gäste berichteten, von ihrem Projekt eines Regenbogenwaldes für ihre vorausgegangenen Kinder.
Sie erzählten, jeder gepflanzte Baum steht symbolisch für die Gemeinschaft der Eltern zu ihrem vorausgegangenen Kind.
Er steht aber auch für das Leben, die Liebe, die Kraft und das Vergehen, viele bunte Bänder die Eltern und Geschwister in die Bäume gebunden hatten symbolisieren darüber hinaus die Farben des Regenbogens, der Brücke in die Ewigkeit, den Weg zu unseren Kindern und Geschwistern. Viele gute Gespräche ergaben sich auch über unser diesjähriges Thema des Frühlingsbrunches: „Himmel und Erde, Raum und Zeit, Seelenschiffe“.
Dabei bastelten wir zu Beginn unseres Brunches, kleine Seelenboote und schrieben auf die Segel die Namen unserer Kinder, bevor wir sie in einer alten Zinkwanne schwimmen ließen.
Es war ergreifend, die Namen unserer Kinder auf weißen Segeln zu sehen und die Boote zu betrachten, wie sie sich im Kreis drehten.
Ich las in einer Zeitschrift, dass Seelenschiffe ein Symbol des Übergangs zwischen den Welten sind. „Die Verbindung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits.
Gemacht für die Seelenreise über das Wasser, das unser Land vom unbekannten Ufer trennt.
Bis ans Ende unseres Blicks. Und weiter über den Horizont hinaus, in Gefilde die kein Lebender kennt.
Sie sind beladen mit Geschenken für die Vorausgefahrenen.
Mit allen Dingen für eine lange Reise und vielleicht mit unserer Hoffnung.“ 
Jeder hat so seine persönliche Vorstellung davon, was passiert, wenn ein Mensch die Todesschwelle überschreitet.
Folgt man aber den Vorstellungen unserer keltischen und germanischen Vorfahren, geht das nachtodliche das „eigentliche“ Leben in der Anderswelt fort und so beluden sie Schiffe mit vielen nützlichen und wertvollen Dingen für die Verstorbenen und ließen sie aufs Meer treiben, dem Horizont, der anderen Welt entgegen.
Wir haben in unserer heutigen Kultur, wenn überhaupt, leider nur noch eine geringe Vorstellungskraft über das Totenreich oder die Ewigkeit, obwohl die Sehnsucht nach dem Unvergänglichen und Unzerstörbaren tief in unserer Seele steckt.
Wenn wir unsere Toten schon nicht körperlich auf ihrer Reise von uns fort begleiten können, so sollten wir ihnen doch auch heute etwas mit geben.
Es können sein: unsere Gedanken, unsere Liebe, unsere Sehnsucht und der Wunsch uns einmal in der „anderen Welt“ wieder zu sehen.
Viel zu schnell verstrich die Zeit unseres Frühlingsbrunches und wir hätten sicherlich noch viel Gesprächstoff gehabt aber wir versprachen uns, dass dies sicherlich nicht unser letztes Treffen war und wir die fruchtbare Netzwerkarbeit gerne fortsetzen möchten, vielleicht bei einen Besuch des Erfurter „Regenbogenwaldes“.
Für die Heimfahrt nahm jeder Teilnehmer noch einen Reisesegen mit der ihm vielleicht auch durch die Reise des restlichen Jahres begleiten soll.
Wir wissen ja eine Reise ist auch immer eine Fahrt ins Ungewisse und das ist heute nicht anders als vor 1000 Jahren.
So begleiten meist gute Wünsche von Freunden oder Bekanten die Reisenden: „Gute Reise“, „Passt gut auf euch auf“ oder einfach nur „Bleibt behütet“.
Und ein Reisesegen erinnert uns daran, dass wir nicht allein sind auf unserer Reise.
Neben Gott und vielleicht unserem Glauben, sind dies auch viele liebe Freunde, die uns so annehmen wie wir jetzt sind und viele Verwaiste Eltern und Geschwister mit denen wir in Gedanken  tief verbunden sind.
Bleiben sie behütet, Holger Günther (Regionalstelle der Verwaisten Eltern Ostthüringen)

                                               Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:                                                 Niemand ist da, der mir hilft in meiner Not.

                                               Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:                                     Niemand ist da, der mir beisteht in der Trauer um mein Kind.

                                               Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:                                                          Niemand ist da, der mich erfüllt mit seinem Trost

                                               Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:                                                 Niemand ist da, der mich hält in seiner Hand.

                                                 Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:                                                         Niemand ist da, der mich begleitet                                                      auf all meinen Wegen Tag und Nacht.

                                                      Mögen deine Freunde achtgeben auf dich                                            und möge der Himmel dich so annehmen wie du bist.



Viele gute Gespräche



 

Der Trauer Gestalt geben





Gedenkfeier 2010

Unzerbrechlich die Liebe
wünschte, dass sie immer in mir bliebe.
Unzerstörbar die Hoffnung in mir,
dass mein Weg führt zu dir.
Unauslöschbar die Erinnerung die uns verbindet
und die die Brücke der Sehnsucht findet.
Mit diesen Worten aus dem Gedicht eines trauernden Vaters, begann die diesjährige Gedenkfeier für verstorbene Kinder in der Salvator Kirche zu Gera.
An die hundert Eltern, Geschwister, Großeltern, Freunde und interessierte Menschen nahmen  auch diesmal daran teil.
Bei Betroffenen ist durch den Tod eines Kindes vieles zerbrochen.
In einem selbst, so manche Beziehung oder auch Freundschaften.
Übrig bleiben Scherben und so war auch das Thema der Gedenkfeier mit:  „Scherben meines Lebens“ passend gewählt.
Mit dem Schreiben des Namens des vorausgegangenen Kindes auf bunte Scherben, die man in einem Mosaik einfügen konnte, zeigten Eltern, Geschwister und Angehörige ihre Liebe zu ihren Kindern.
Jeder konnte aber auch sehen, dass Risse bleiben die man nie mehr schließen kann und die man in dem neuen Leben, das man nun führen muss, nicht zu überdecken sind. 

Mit dem Entzünden einer Kerze auf dem Taufstein zeigten Eltern, Geschwister, Freunde und Angehörige ihre Beziehung zu dem vorausgegangenen Kind.
Sie gaben ihrer Seele einen Ort außerhalb ihres selbst und schufen eine sichtbare Verbindung, etwas strahlte aus ihren Inneren heraus und mit dem Lichtstrahl zu ihnen zurück.  
Wir können unsere Scherben nicht verstecken und so tun als gebe es sie nicht, indem wir aber das Thema der Gedenkfeier „ Scherben“   für uns annehmen sehen wir das Kostbare jeder einzelnen Scherbe unseres Lebens und geben ihr somit einen neuen Platz.  

An dieser Stelle vielen Dank an alle, die diese Gedenkfeier möglich gemacht haben.  
Holger Günther (Trauerbegleiter, Notfallseelsorger, Leiter Regionalstelle Verwaiste Eltern



Viele Kerzen leuchten für unsere Kinder




Sind trauernde Eltern und Geschwister nicht oft vergleichbar mit Verirrten in der Wüste, die verzweifelt Ausschau halten nach einer Oase?
Einer Oase in der man sich ausruhen und Kraft tanken kann, wo es aber auch Nahrung und Wasser gibt.
Verwaiste Eltern und Geschwister können dort Ressourcen in sich entdecken, die sie in ihrer Trauer unterstützen und ihren Körper, sowie ihrer Seele gut tun.
Vielleicht war für den Einen oder Anderen  der zweite Frühlingsbrunch der Verwaisten Eltern und Geschwister Ostthüringens, solch eine Oase. Er fand am 29. Mai auch diesmal auf dem Gelände und in den Räumen der Evang. Pfingstgemeinde Gera- Ernsee statt.
Es waren mit den verwaisten Eltern Leipziger Land sogar liebe Gäste aus Sachsen gekommen und wir konnten unseren Gedanken- und Erfahrungsaustausch aus dem Jahr 2008 fortführen als wir bei ihnen in Borna zu Gast waren und herzlich umsorgt wurden.  
Die Anreise nach Gera- Ernsee gestaltete sich für manch Einen recht abenteuerlich, da rund um den kleinen Ortsteil die Straße gebaut wird und die Navis der Autos die aufregendsten Umleitungen aufzeigten.
Aber ist das nicht auch oft auf unseren Trauerweg der Fall?
Wie oft gibt es dort Baustellen und wir müssen zurück gehen auf  unseren Weg, vielleicht eine Umleitung nehmen oder nach Wegweisern suchen, die uns helfen weiter zu gehen.
Ich glaube zu unserem Frühlingsbrunch waren wir alle, jeder für jeden, solch ein lieber und achtsamer Wegweiser, ohne zu bestimmen und ungefragt Ratschläge zu erteilen.
Es gab neben Trank und Speise für das körperliche Wohlbefinden auch viele Möglichkeiten, seiner Trauer Gestalt zu geben. Durch Töpfern, Seidenmalerei oder durch Anfertigen von Blumengestecken.
Bei sonnigem Frühlingswetter in angenehmer Umgebung und guten Gesprächen konnte man so auch seine verwundete Seele pflegen.
Mit neu aufgetankten Kraftpaketen sind dann Viele wieder in denn Alltag gestartet, der oft wenig Raum für die Trauer und Befindlichkeiten Verwaister Eltern und Geschwister lässt.
Vielen Dank allen fleißigen Helfern und danke an alle die gekommen sind und den zweiten Frühlingsbrunch wieder zu so einer angenehme Oase gemacht haben.



Der Gedenkort für unsere vorausgegangenen Kinder.
Hier konnte man ein Bild aufstellen
und einen Stein mit dem Namen des Kindes beschriften.


Gute Gespräche bei sonnigem Frühlingswetter.


Es war eine Oase für Leib und Seele
und Viele enteckten neue Ressourcen.




Verwaiste Geschwister sind oft die doppelten Verlierer
sie verlieren nicht nur ihr Geschwister sondern auch die Eltern,
so wie sie sie gekannt haben und da tut es gut,
sich mit gleichfalls Betroffenen auszutauschen.


Es ist hilfreich seiner Trauer eine Gestalt zu geben
und man konnte dies zum Frühlingsbrunch auf vielfältige Weise tun.


Das Gestalten von Blumengestecken wurde gern ausprobiert,
es entstanden wunderbare Kreationen.


Vielen Dank allen fleisigen Helfern,
die zum Gelingen des zweiten Frühlingsbrunches beitrugen.




Petras Worte bewegten die Teilnehmer der Lesung sehr. 



Im Anschluss an die Lesung gab es noch genügend Zeit für Gespräche mit Petra Hohn.




Ein Engel ist jemand,
den Gott dir ins Leben schickt,
unerwartet und unverdient,
damit er dir,
wenn es ganz dunkel ist,
ein paar Sterne anzündet. 

 „Engel, Boten des Lichts“
Unter diesem Thema trafen sich am Sonntag den 3. Advent verwaiste Eltern, Geschwister sowie Angehörige und Freunde zur diesjährigen zentralen Gedenkfeier Ostthüringens für alle verstorbenen Kinder und Geschwister in der Geraer Salvator Kirche.
Betroffene, die nach dem Tod eines Kindes oder Geschwisters in ein dunkles, tiefes Loch fallen, hoffen gerade in der Weihnachtszeit, in der viele Menschen voller Vorfreude sind auf ein Licht, das tröstet und Hoffnung auf ein Wiedersehen gibt.
Sie fragen sich, wie soll ich die Feiertage überstehen?
Wie kann ich mein Kind, meine Schwester, meinen Bruder in dieses Fest mit einbeziehen?
Und was hat Gott mit all dem zu tun, während in einem selber Schmerz, Wut und Verzweiflung herrschen?
Wie verhält es sich mit meinem Glauben in der Trauer?
Wie können mir in meiner Trauer Engel helfen?
Ich glaube, wenn wir der Liebe eine Gestalt geben so wäre diese Liebe unser Engel.
Der Glaube an Engeln ist in allen Weltreligionen verbreitet, auch im Christentum.
Engel sind überall in der Bibel gegenwärtig, wo Gottes guter Geist erscheint.
Niemand muss an Engel glauben. Sie sind einfach da. Wir spüren ihre Gegenwart.
Wer hat verwaiste Eltern und Geschwister in ihrer schweren Zeit aufgefangen, ausgehalten und wer steht immer noch an ihrer Seite? Eltern, Geschwister, Freunde, Nachbarn, liebe Mitmenschen oft auch unsichtbar, alle diese Menschen waren für uns in entscheidenden Minuten, Stunden oder Tagen unseres Lebens Engel.
Der Glaube an Engel ist durch keine objektive Wirklichkeit beweisbar, aber auch nicht zu widerlegen.
Er kommt aus der Tiefe des Herzens.              
Er ist ein Geschenk.
Er ist Gnade.
Ich bin überzeugt, dass Menschen die einen Engel gespürt und getroffen haben, eben diese Gnade erfahren haben.
Engel kommen nicht mit großen Worten. Selten erklärt ihre Gegenwart den Sinn des Leidens. Engel schenken keine heile Welt. Aber sie lassen das Licht des Heils über unserem Leben gerade in den Stunden der Einsamkeit und des Schmerzes leuchten.
Rudolf Otto Wiemer schrieb in einem Gedicht.  

            Immer, wenn ich den Engel traf,
                    blieb er unkenntlich.
            Erst im Weggehen streifte mich
                   ein Liedschlag lang
            der Zipfel seines Gewandes.
  
Im Namen der Selbsthilfegruppen Ostthüringen`s möchte ich der Seelsorgerin des SRH Klinikums Frau Mikosch und dem Pfarrer der Salvator Kirche Herrn Dr. Hiddemann sowie denen, die bei der Ausgestaltung der Gedenkfeier mit geholfen haben, herzlich danken.
Ich wünsche Allen, dass sie auf ihren Wegen immer einen Engel an ihrer Seite haben.  



Gedenkfeier 2009 in Loitzschütz

Altar mit Bilder unserer vorausgegangenen Kinder



Die Selbsthilfegruppen der Verwaisten Eltern und Geschwister Ostthüringen veranstalteten am 16. Mai 2009 unter dem Dach der Pfingstgemeinde in Gera Ernsee einen Frühlingsbrunch für betroffene Eltern und Geschwister. Bei schönem Wetter entstanden unter Anleitung einer Töpferin kleine Kunstwerke aus Ton. Ebenfalls konnten Schalen bepflanzt werden als Frühlingsgaben für unsere von uns gegangenen Kinder. Es entstanden bei gutem Essen vielfältige Gespräche, um Gedanken auszutauschen und Verständnis zu erfahren. Das Gefühl, mit der Sehnsucht um das verstorbene Kind nicht allein zu sein, hilft die Trauer aus- und zu durchleben. Dieses Miteinander war ein weiterer Schritt in Richtung Leben und macht es ein wenig erträglicher. Wir danken Pastor Thomas Köhler für die Bereitstellung der Räume und für die guten Gespräche.

Seelenvögel fanden ihren Platz zwischen Himmel und Erde.


Viele Bücher lagen als Information für den schweren Weg der Trauer bereit.


Wir verarbeiteten unsere Trauer mit Ton. Es entstanden viele kleine Kunstwerke.


Gedenkfeier 2008 am 3. Advent      "Und immer leuchte Dir ein Stern" 


Weihnachten, das Fest der Liebe, der Freude. Bei vielen Menschen verbunden mit fröhlichem Feiern in der Familie und Geschenken, begleitet von strahlenden Kinderaugen.

Das fällt manchen Menschen schwer, besonders denen, die ein Kind durch Tod verloren haben. Weihnachten feiern bedeutet für sie, den Verlust wieder einmal besonders intensiv zu spüren. Jemand, der mitfeiern sollte, ist nicht mehr da. Die Gefühle von Schmerz und Trauer sind mit dabei, wenn Kerzen angezündet werden, wenn Lieder gesungen werden, wenn Musik gehört wird,…

 

33 Sterne mit 33 Namen hingen am 14. Dezember zum Weltgedenktag an alle verstorbenen Kinder, über dem Altar in der Salvatorkirche. Dieses Jahr stand die Gedenkfeier unter dem Thema: "Und immer leuchte Dir ein Stern".

Weit über 50 betroffene Eltern, Geschwister und Angehörige von Kindern die viel zu früh aus dem Leben gehen mussten, trafen sich um gemeinsam ihren vorausgegangenen Kindern zu gedenken. Dabei wurden zahlreiche Musikstücke und Lieder gespielt sowie tröstende Texte gelesen. Es wurden Kerzen angezündet und die Namen jedes einzelnen Kindes verlesen.

Man spürte, das gegenseitige Verstehen und Auffangen trägt durch diese schwere Zeit.

Die Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern Ostthüringen“ bedankt sich bei allen, die hilfreich zur Ausgestaltung der Gedenkfeier beigetragen haben. 

 




    



Still geboren

Seit Dezember 2007 gibt es in Gera auf dem Untermhäuser Friedhof die Möglichkeit ungeborenes Leben beizusetzen. Wir danken der Seelsorgerin des SRH Krankenhauses in Gera und dem Bestattungsunternehmen GBG Bestattungen für ihre Bemühungen.

Die Liebe bleibt aus ihr das zarte Pflänzchen Erinnerung treibt. Kann ich dich auch nicht berühren, so kann ich dich doch bei mir spüren. In meinen Träumen werde ich dich begleiten, dort können wir Raum und Zeit durchschreiten. Ich werde dich stets suchen und auch finden, denn die Sehnsucht wird uns immer verbinden. Zeigst du dich als der Sonne Strahlen oder als Schmetterling, viel zu schön zum Malen? Bist du die Grille in der Nacht oder ein blinkender Stern? Wie bist du mir manchmal so nah und doch so fern. Werden sich unsere Seelen finden in der Weite, später auf der anderen Seite? Die Liebe bleibt, sie ist stärker als die Unendlichkeit. (Holger Günther)              


Auf den Steinen um die Säule besteht die Möglichkeit, die Namen der beigesetzten Kinder einzugravieren.

Unser Kind hat die Erde verlassen, wir können es immer noch nicht fassen. Werden wir es je verstehen und uns einmal wieder sehen? Unvorstellbar ist dieses furchtbare Leid. Man ist verwundet bis in alle Ewigkeit. Nicht alle Wunden heilt die Zeit, eine Narbe stets davon übrig bleibt. Nur liebe Menschen, die nah uns jetzt sind, verstehen die Trauer um unser geliebtes Kind.  (Holger Günther)